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Feb. 10
Im Zeitzeugengespräch berichtet der Zeitzeuge Hermann Frankfurth der GEDG-Mitarbeiterin Margarete Puhl von seinen Fluchterfahrungen, 5. Dezember 2025 (Christian Faludi/GEDG)

Folgeprojekt UM/BRUCH89

Mit der Veröffentlichung des Initiativplans „Demokratiegeschichte/Ost“ war die Arbeit der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte (GEDG) nicht abgeschlossen – im Gegenteil: Aus dem Projekt ist ein nächster Schritt entstanden. Der Initiativplan war bewusst als offener Impuls konzipiert: Er markierte Leerstellen, identifizierte Anschlussstellen und machte deutlich, dass Demokratiegeschichte dort besonders wirksam wird, wo sie nicht nur „erzählt“, sondern als gelebte, konflikthafte Praxis an konkreten Orten erfahrbar wird.

Genau aus dieser Logik heraus hat die GEDG im Frühjahr 2025 ein Folgeprojekt gestartet: „UM/BRUCH. Möglichkeiten und Grenzen der Mitgestaltung in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft 1989 bis 1994“. Es verschiebt den Blick bewusst von den ikonischen Bildern der Revolution 1989/90 auf die weniger sichtbare, aber prägende Phase danach – jene Jahre, in denen Demokratie im Alltag eingerichtet, geprüft und immer wieder neu ausgehandelt werden musste: in Kommunen, Verwaltungen, Betrieben, Vereinen und sozialen Bewegungen. Leitend ist dabei nicht die Suche nach einer glatten Meistererzählung, sondern das Sichtbarmachen von Ambivalenzen, Konflikten und unterschiedlichen Erfahrungslagen – gerade weil diese Spannungen bis heute nachwirken.

Das Vorhaben:

Methodisch greift „UM/BRUCH“ zentrale Empfehlungen des Initiativplans auf und übersetzt sie in Praxis: Im Zentrum stehen Thementage an authentischen Orten, die lokale Perspektiven, Zeitzeugenberichte und historische Einordnung bewusst miteinander verschränken. Ein Erzählcafé eröffnet als niedrigschwellige „Werkstatt“ den Dialog auf Augenhöhe; eine öffentliche Podiumsdiskussion ergänzt die biografischen Stimmen durch Expertise und bezieht das Publikum aktiv ein. Bereits der Auftakt – ein Workshop und kurz darauf ein erster Thementag – zeigte, dass das Vorhaben seine Wirkung vor allem dann entfaltet, wenn es mehrjährig angelegt ist und ein belastbares Netzwerk vor Ort aufbaut.

Wichtig: Das Projekt endet nicht am Veranstaltungstag. Das Team bleibt jeweils mehrere Tage vor Ort, führt vertiefende Interviews (ausdrücklich auch mit nicht-prominenten Stimmen) und macht die Ergebnisse medial nachnutzbar: Podiumsaufzeichnungen, kuratierte Videoclips und das Podcast-Feature „Umbruch 89/94“ bündeln O-Töne, Debatten und Kontextwissen. So entsteht ein wachsendes digitales Archiv, das über umbruch89.de zugänglich ist und langfristig in Bildung, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft weiterarbeiten soll – als demokratiegeschichtliche Ressource für Gegenwartsfragen von Teilhabe, Konfliktbearbeitung und Selbstwirksamkeit.

Titelbild: Im Zeitzeugengespräch berichtet der Zeitzeuge Hermann Frankfurth der GEDG-Mitarbeiterin Margarete Puhl von seinen Fluchterfahrungen, 5. Dezember 2025 (Christian Faludi/GEDG)

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2025/26 Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte (GEDG)