Der Auftakt des UM/BRUCH-Projekts begann mit einem Workshop im Stadtmuseum Halle (Saale). Dort brachte die Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte (GEDG) das Projektteam frühzeitig mit potenziellen Partnern sowie Expertinnen und Experten zusammen, um die Zielrichtung des Vorhabens zu schärfen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie lassen sich Möglichkeiten und Grenzen von Mitgestaltung in der Transformationsgesellschaft 1989–1994 so erzählen, dass sie für heutige Debatten anschlussfähig bleiben – ohne die Jahre nach 1990 auf Gewinner-/Verliererformeln zu verkürzen?
Die Wahl des Ortes war dabei programmatisch. Als Standort des künftigen Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation verbindet die Stadt historische Umbrucherfahrungen mit aktuellen Fragen, wie Transformation institutionell begleitet und öffentlich verhandelt werden kann. Entsprechend kreiste der Workshop auch um die Frage, wie ein Projekt nicht nur Inhalte vermittelt, sondern Formen demokratischer Aushandlung selbst erprobt – in Gesprächsformaten, die unterschiedliche Stimmen zulassen und lokale Perspektiven ernst nehmen.
Als zentrale Erkenntnis kristallisierte sich heraus: Das Vorhaben entfaltet seine Wirkung nur dann vollständig, wenn es mehrjährig angelegt ist. Genau diese Einsicht wurde zum Motor für die weitere Planung – und führte unmittelbar zum nächsten Schritt vor Ort. Kurz nach dem Workshop folgte in derselben Stadt der erste Thementag, bei dem erstmals Material für die längerfristige Vermittlung entstand: kurze Filmclips, eine vollständige Aufzeichnung der öffentlichen Diskussion und Bausteine für das Podcast-Feature, das als „Ankerpunkt“ der Publikationen ein breites Publikum niedrigschwellig erreichen soll.
Titelbild: Beim Auftakt-Workshop zum Projekt im Gespräch (von links): Margarete Puhl (GEDG), Franziska Wittau (Landeszentrale pol. Bildung Thüringen), Maria Cunetchi (GEDG), Agnès Arp (Universität Erfurt), Jan Büchner (Zukunftszentrum Deutsche Einheit und europäische Transformation) und Christian Faludi (GEDG), 23. April 2025 (Petrus Beck/GEDG)


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