Ergänzend zu Erzählcafé und Podium entstanden zwei vertiefende Zeitzeugeninterviews, die zentrale Motive der Thementage bündelten und für Clips sowie ein Podcast-Feature weiterverarbeitet werden. Der Vorteil: Das vorausgehende Gespräch im Sonntags-Club schuf Vertrauen – und lieferte konkrete Anekdoten und Nachfragen, die im Interview gezielt vertieft werden konnten.
Im Interview schilderte Pat Wunderlich, wie sich nach 1989 neue organisatorische Spielräume öffneten – und warum gerade in den frühen 1990er Jahren Projekte oft schnell realisierbar wirkten (Stellen, Strukturen, Räume), zugleich aber fragil blieben. Ein zweites Interview fokussierte die Perspektive von Peter Rausch: von frühen Vernetzungsversuchen über staatliche Repressionen und Überwachung bis zum Übergang in selbstbestimmtere, öffentliche Organisationsformen nach dem Mauersturz. Beide Gespräche machen sichtbar, dass Emanzipation nicht linear verläuft: Aufbrüche, Rückschläge, interne Konflikte und externe Anfeindungen gehören zur Geschichte – und erklären, warum Erinnerung heute auch politische Gegenwart ist.
Titelbild: Die Zeitzeugin Pat Wunderlich im Interview im Sonntags-Club, 7. Dezember 2025 (Christian Faludi /GEDG)


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