Wie erlebten Fußballfans die gesellschaftlichen Veränderungen nach 1989? Welche neuen Möglichkeiten eröffneten sich mit dem Fall der Mauer und wie veränderte sich das gemeinsame Erleben des Sports?
Diesen und weiteren Fragen widmete sich ein Erzählcafé, das im Rahmen des 35-jährigen Jubiläums des Fanprojekts Jena stattfand. In ungezwungener Atmosphäre bei Kaffee, Kuchen und Torwandschießen kamen Menschen zusammen, um ihre persönlichen Erinnerungen an die Fußball- und Fankultur in der DDR und während der Transformationszeit zu teilen.
Dabei ging es unter anderem um die ersten Fanreisen in die Bundesrepublik und die Herstellung eigener Fanartikel. Gerade solche Geschichten geben Einblicke in eine Alltagsgeschichte des Umbruchs, die in den großen politischen Erzählungen häufig wenig Beachtung findet. Die neu gewonnene Reisefreiheit eröffnete auch Fußballfans ungeahnte Möglichkeiten, während sich zugleich die Formen der Organisation und die Bedingungen des Fanlebens veränderten.
Das Erzählcafé zeigte, wie eng persönliche Erinnerungen, lokale Identität und gesellschaftlicher Wandel miteinander verbunden sind. Zugleich wurde deutlich, welche Bedeutung das Fanprojekt Jena als Anlaufstelle und Begleiter der Fankultur über Jahrzehnte hinweg gewonnen hat.
Foto: Christian Faludi / GEDG


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