Der gesellschaftliche Umbruch von 1989/90 veränderte nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Ostdeutschland, sondern auch das Leben in den Dörfern. Mit dem Ende der DDR wandelten sich gewachsene Strukturen des Zusammenlebens, kulturelle Angebote und Formen des ehrenamtlichen Engagements. Manche Einrichtungen verschwanden, andere wurden unter neuen Bedingungen weitergeführt oder neu gegründet.
Im Wielandgut in Oßmannstedt widmete sich eine Podiumsdiskussion des Projekts UM/BRUCH diesen Veränderungen am Beispiel des thüringischen Dorfes. Lothar Ehrlich, Juliane Stückrad und Kathrin Bamberg diskutierten über die Entwicklung Oßmannstedts, die Bedeutung lokaler Kulturorte und das Vereinsleben vor und nach der Friedlichen Revolution.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle kulturelle Einrichtungen, Vereine und gemeinschaftliche Treffpunkte für das soziale Leben im ländlichen Raum spielten und wie sich deren Bedeutung während der Transformationszeit veränderte. Dabei ging es auch um die Kontinuitäten und Brüche, die das dörfliche Zusammenleben über die politische Zäsur von 1989/90 hinaus prägten.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion bot sich bei Getränken und Bratwurst Gelegenheit, die Gespräche fortzusetzen und persönliche Erfahrungen auszutauschen. Der Thementag zeigte, wie aufschlussreich der Blick auf die Geschichte einzelner Dörfer ist, um die gesellschaftlichen Veränderungen der Transformationszeit auch jenseits der größeren Städte zu verstehen.
Foto: Christian Faludi / GEDG


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