Wie veränderte sich das Dorfleben nach 1989? Welche Orte waren für das gesellschaftliche Miteinander wichtig und welche Erinnerungen verbinden sich mit dem Alltag in der DDR und den ersten Jahren nach der Vereinigung?
Diesen Fragen ging ein Erzählcafé nach, das die Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte gemeinsam mit dem Institut für Graue Energie in der Ilmklause in Oßmannstedt veranstaltete. Bei Kaffee, Kuchen und später auch Bratwurst kamen Menschen zusammen, um ihre persönlichen Erinnerungen an die Umbruchszeit und die Veränderungen im Dorf miteinander zu teilen.
Eine Auswahl historischer Fotografien bot dabei Anknüpfungspunkte für zahlreiche Geschichten und Gespräche. Im Mittelpunkt standen das frühere Dorfleben, die örtliche Kneipenkultur und die Bedeutung gemeinschaftlicher Treffpunkte. Gerade Gaststätten waren vielerorts weit mehr als Orte der Bewirtung. Sie dienten als Räume des Austauschs, der Geselligkeit und des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Die persönlichen Erzählungen machten deutlich, wie eng die Geschichte des gesellschaftlichen Umbruchs mit alltäglichen Erfahrungen und lokalen Erinnerungen verbunden ist. Zugleich zeigte sich, wie wichtig solche Begegnungen sind, um Erfahrungen festzuhalten, die in schriftlichen Quellen häufig kaum dokumentiert sind.
Das Erzählcafé ergänzte damit die Podiumsdiskussion zur Dorfkultur um persönliche Perspektiven auf die Transformationszeit und die Geschichte Oßmannstedts.
Foto: Christian Faludi / GEDG


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