Die Umweltzerstörung gehörte zu den drängenden Problemen der späten DDR. Insbesondere der Braunkohletagebau hinterließ tiefgreifende Spuren in Landschaft und Gesellschaft. Zugleich entwickelte sich der Protest gegen die Umweltpolitik des SED-Staates zu einem wichtigen Bestandteil der oppositionellen Bewegung. Mit der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit veränderten sich nicht nur die politischen Handlungsmöglichkeiten, sondern auch die Rahmenbedingungen des Umweltschutzes grundlegend.
Anfang September widmete sich ein Thementag des Projekts UM/BRUCH in Großhennersdorf der Geschichte der Umweltbewegung und ihren Erfahrungen während der Transformationszeit. Den Auftakt bildete im Kunstbauerkino die Vorführung des Dokumentarfilms „Die Schmerzen der Lausitz“ von Peter Rocha, der die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen des Braunkohleabbaus thematisiert.
Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Andreas Schönfelder von der Umweltbibliothek Großhennersdorf und Robert Lorenz vom Sorbischen Institut, moderiert von Liane von Billerbeck, über die Auswirkungen des Tagebaus, die Umweltverschmutzung und den damit verbundenen Verlust sorbischer Lebensräume und kultureller Traditionen. Auch das Publikum beteiligte sich an der Diskussion.
Im Innenhof der Umweltbibliothek wurden die Gespräche tags darauf bei einem Erzählcafé fortgesetzt. Die Teilnehmenden tauschten persönliche Erinnerungen an die Umweltbewegung, die energiepolitischen Veränderungen nach 1989 und den Wandel des Umweltaktivismus aus.
Der Thementag verdeutlichte, wie eng ökologische, politische und kulturelle Fragen während der Transformationszeit miteinander verbunden waren. Während die politischen Veränderungen neue Möglichkeiten des Engagements eröffneten, brachten die wirtschaftlichen und energiepolitischen Umbrüche zugleich neue Herausforderungen für die Menschen in der Region mit sich.
Foto: Christian Faludi / GEDG


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